Heiße Öfen – einmal nicht auf Rädern

Bei einem Besuch des Stahlwerks der GMH-Gruppe in Georgsmarienhütte konnten unsere angehenden Industriemechaniker*innen im ersten Ausbildungsjahr, live miterleben, wie 100 Tonnen Stahlschrott funkensprühend und donnernd in nur wenigen Minuten eingeschmolzen wurden. Die eingesetzten Graphitelektroden erzeugen einen Lichtbogen im Ofen mit einer Temperatur von bis zu 3500°C und bringen den Stahlschrott auf die Schmelztemperatur von etwa 1800°C. Durch Zusätze von Legierungselementen wird ein passgenau auf die Kundenbedarfe zugeschnittener Stahl erzeugt, der zuerst in mehrere Meter lange, rotglühende Stränge gegossen wird. Im Walzwerk werden die Stränge warm auf kleinere Querschnitte gewalzt und dabei stark verlängert. Nach dem Richten (geradebiegen) erfolgt die Endbearbeitung. Nach einer genauen Endkontrolle, bestehend aus Maßkontrolle, Oberflächenprüfung, Innenfehlerprüfung und Verwechslungskontrolle, konnten die Schüler*innen die Verladung der tonnenschweren Blankstähle auf LKWs beobachten.
In Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist die GMH-Gruppe ein Pionier und hat sich zum Ziel gesetzt bis 2039 Stahl klimaneutral herzustellen. Die ersten Schritte dahin wurden bereits durch den Einsatz von erneuerbarem Strom gemacht. Durch den Einsatz von Stahlschrott statt Eisenerz werden bereits 80% weniger CO2 ausgestoßen. Der Verzicht auf Blei als umwelt- und gesundheitsschädigendes Legierungselement ist eine weitere Komponente auf diesem Weg. Ausgefeilte Luftfiltersystem in fußballfeldgroßen Hallen sorgen für frische Luft auf dem Gelände und in der Nachbarschaft.
Auch einen eigenen Beitrag können die angehenden Industriemechaniker*innen leisten, wenn sie auf eine sortenreine Trennung von Stahlschrott und anderen Abfällen in Ihren Betrieben achten.
Nach einem dreistünden Rundgang durch das Stahlwerk, bei dem mehr als zwei Kilometer an Strecke abgelaufen wurden, kamen die Klassen mit vielen neuen Eindrücken und Informationen zurück in die Schule.
19.06.2026