August Griese

August Griese

August Griese
1895 - 1962

 

August Griese wurde 1946 von allen Parteien nach der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft zum ersten Landrat des Kreises Herford gewählt. Er nahm diese Aufgabe bis zu seinem Tod im Jahre 1962 wahr.

 

Der allseits beliebte und volkstümliche Politiker (von Beruf Tischler, später Werkmeister) stand seit 1919 als Sozialdemokrat und Gewerkschafter im kommunalpolitischen Leben.

 

Von 1919 bis 1933 war er Mitglied der Amtsvertretung des Amtes Gohfeld-Mennighüffen. In seiner Tätigkeit als Geschäftsführer und Rechtssekretär im „Deutschen Holzarbeiterverband“ (1925 bis 1933) vertrat er die Mitglieder persönlich vor Gericht. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, als die Arbeitslosigkeit in Deutschland um 1930 auf dem Höhepunkt stand, entwickelte August Griese seine Vorstellungen, wie junge arbeitslose Holzarbeiter von der Straße zu holen sind:

Er organisierte Weiterbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, so z. B. einen sog. Polierkurs, der vermittelte, wie hochwertige, polierte Möbel hergestellt werden konnten. Andere Gruppen junger Arbeitsloser rissen unter seiner Anleitung in Bad Oeynhausen Salinen ab oder bauten Segelflugzeuge.

 

Nach der „Machtübernahme“ durch die Nationalsozialisten 1933 wurde er als aktiver Gewerkschafter und Sozialdemokrat aller Ämter erhoben. Während der Zeit der Diktatur war er zweimal im Gefängnis und ständig bedroht, in „Schutzhaft“ genommen bzw. in ein Konzentrationslager eingewiesen zu werden. Nach dem Krieg gehörte er zu den ersten Bürgern, die sich für den politischen Neubeginn engagierten.

 

Bereits am 23. Mai 1945 wurde er Amtsbeigeordneter in Löhne, am 05. Februar 1946 Amtsbürgermeister. Seine humorvolle Art glättete in vielen politischen Auseinandersetzungen die Wogen und häufig lockerte er die Sitzungen durch plattdeutsche Einwürfe auf.

 

Die „Freie Presse“ beschrieb ihn einmal als „einen Mann mit ungezwungenem Benehmen und von einer Art, die Offenheit und Vertrauen einflößt“. Für die Belange der „kleinen Leute“ hatte er stets ein offenes Ohr und durch sein soziales Engagement wurde er in der Bevölkerung sehr geschätzt.

 

1950 wurde er in den neuen Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt und da ihm die Wählerinnen und Wähler erneut das Vertrauen schenkten, blieb er in dieser Funktion bis zu seinem Tod im Jahr 1962.

 

Aufgrund eines Kreistagsbeschlusses erhielt die im Jahr 1972 fertiggestellte Kreisberufsschule den Namen August-Griese-Schule.